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Bürgerbegehren in Oberammergau
Die Antragstellerinnen und Antragssteller des Bürgerbegehrens (v.l.):
Flori Schwarzfischer, Regina Schmid, Josef Holzwarth, Andrea Sorg,
Korbinian Freier, Barbara Bierling. Bis auf Freier vom Kreisverband der
Grünen sind alle Initiatorinnen und Initiatoren parteifrei.
„Zum Erhalt unserer Landschaft“ haben sich die Initiatoren auf die
Fahnen geschrieben, die in Oberammergau einen Bürgerentscheid anstrengen. Mit
der Abstimmung wollen sie erreichen, dass Oberammergau aus der Bewerbung um die
Olympischen Winterspiele 2018 aussteigt. Die Bürgerinitiative begründet ihren
Entschluss damit, dass der geplante Eingriff in die Natur in keinem Verhältnis
zu dem Nutzen stehe.
Mehr als 30 Millionen Euro sind
für die temporären Bauten für Biathlon und Langlauf veranschlagt, vier Jahre
soll der Bau und Rückbau andauern. Und das, obwohl in Ruhpolding bestehende
Anlagen vorhanden und erneuert werden. Für die Biathlon WM, die dort 2012
stattfindet, werden 16 Millionen Euro an Steuermitteln ausgegeben. Ein weiteres
Absurdum ist die Sonnenlage der Flächen, auf denen die geplanten Loipen in
Oberammergau verlaufen sollen: Nur unter höchstem technischem Aufwand und unter
hohem Verbrauch von Wasser und Energie wird die Schneesicherheit dort zu
garantieren sein. In Zeiten von Klimawandel und Ressourcenknappheit ist das
nicht vermittelbar. Woher zudem das Wasser für die Beschneiung stammen soll,
ist der Bewerbungsgesellschaft bis heute nicht klar (oder sie will es nicht
verraten).
Die Antragssteller befürchten
außerdem, dass der hochverschuldete Ort mit Teilnahme an der Bewerbung ein
weiteres finanzielles Risiko eingeht. Zudem ist unklar, wie sich die
Wettbewerbe auf die landwirtschaftliche Struktur auswirken werden. Mit dem
Leitbild Oberammergaus „Natur&Kultur“ haben die Pläne auf keinen Fall etwas
zu tun, sondern sie könnten vielmehr dem guten Ruf der Gemeinde als
Erholungsort schaden.
Seit Freitag, den 25. Juni werden
nun die Unterschriften gesammelt und binnen einer Woche plant man die nötige
Anzahl von 400 wahlberechtigten Unterzeichnern auf dem Tisch zu haben. Danach
hat die Verwaltung der Gemeinde drei Monate Zeit, den Entscheid durchzuführen. Es könnte
aber auch sein, dass die Bewerbungsgesellschaft vorher einen Rückzieher macht
und damit der Entscheid hinfällig wird, denn: Die Bewerber wollen bis 02. Juli
die nötigen Unterschriften der Grundstücksbesitzer zusammen haben. Sollte dies
nicht gelingen, wollen sie über Alternativen nachdenken.
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