Die Abgeordneten von Bündnis90/Die Grünen, sowie
die freien Mitglieder der Liste (Christl Freier, Oberammergau) lehnen eine
Unterstützung der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 ab. Dies
entspricht den Beschlüssen des Kreisverbandes. Die Gründe für die Ablehnung der
Spiele sind vielfältig, einige seien hier stichpunktartig genannt:
- Olympische Spiele stellen keine Förderung der Wirtschaft und des Tourismus
dar, der über einen kurzen Zeitraum hinausgehen würde. Dies ist vielfach belegt
und spricht für die fehlende Nachhaltigkeit der Milliardeninvestitionen, die
alleine für die Durchführung nötig sind (die Infrastrukturkosten kann man
vorerst aus der Rechnung lassen). In Zeiten knapper Kassen ist das nicht nachzuvollziehen.
- Olympische Spiele sind in ihrer heutigen Form zu groß um sie alle vier Jahre
an einen neuen Ort zu verlegen. Stets gehen die Spiele mit massiven Eingriffen
in Finanzen und Umwelt einher
- Die Region um Garmisch-Partenkirchen ist aufgrund ihrer Höhenlage in keinem
Fall als Schneesicher zu bezeichnen. In Zeiten des Klimawandels muss also
massiv Energie und Wasser aufgewendet werden, um die Spiele sicherzustellen.
Das entbehrt jeglichen Respekt beim Umgang mit den Ressourcen künftiger
Generationen.
- Die Art der Bewerbung ist von Anfang an schiefgelaufen: Anstatt die
Beteiligung der Bevölkerung zu suchen, wurde einseitig und von oben herab
geplant. Der Druck, der dabei entstanden ist, dient auf keinem Fall einer
konstruktiven Auseinandersetzung mit den zugrundeliegnden Problemen. Zudem
informiert die Bewerbungsgesellschaft unseriös und mangelhaft. So ist z.B.
wiederholt zu lesen, dass die Durchführung der Olympischen Spiele dem
Steuerzahler bis auf "sowieso-Infrastrukturmaßnahmen" keinen Cent
kosten wird (siehe "München 2018 gibt 18 Antworten auf Irrtümer zur
Bewerbung"). Leider ist das als Lüge noch nicht zu entlarven, da
Rechnungen erst nach Olympischen Speilen vorliegen. Die Erfahrung vergangener
Spiele seit 1976 lässt aber den Schluss zu, dass diese Aussage zu 99% falsch
ist und wider besserem Wissen dazu dient, Fehlinformationen zu Gunsten der
Bewerbungsgesellschaft zu streuen. Allein der Blick auf die Bewerbungskosten
lässt den Verdacht zu, dass bereits hier schon, trotz mangelhafter Leistung,
der Steuerzahler in die Presche springen muss.
- Olympische Spiele sind zu einer Veranstaltung verkommen, die redliche Ziele
("Der Olympische Geist") schamlos ausnützen um den Interessen einiger
weniger zu dienen. Für das Monopol "Olympia" besteht weder eine
demokratisch legitimierte Kontrollinstanz noch eine Konkurrenz, die das IOC zu
einer Veränderung iherer Vorgehensweisen bringen könnte. Daher bleibt einzig
der Verzicht auf Olympische Spiele als Zeichen der Bürger, dass der Olympische
Gedanke einer dringenden Reform bedarf.
|