2010-07-29
Nein zu Olympia im Kreistag LK Garmisch-Partenkirchen!

Die Abgeordneten von Bündnis90/Die Grünen, sowie die freien Mitglieder der Liste (Christl Freier, Oberammergau) lehnen eine Unterstützung der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 ab. Dies entspricht den Beschlüssen des Kreisverbandes. Die Gründe für die Ablehnung der Spiele sind vielfältig, einige seien hier stichpunktartig genannt:

- Olympische Spiele stellen keine Förderung der Wirtschaft und des Tourismus dar, der über einen kurzen Zeitraum hinausgehen würde. Dies ist vielfach belegt und spricht für die fehlende Nachhaltigkeit der Milliardeninvestitionen, die alleine für die Durchführung nötig sind (die Infrastrukturkosten kann man vorerst aus der Rechnung lassen). In Zeiten knapper Kassen ist das nicht nachzuvollziehen.

- Olympische Spiele sind in ihrer heutigen Form zu groß um sie alle vier Jahre an einen neuen Ort zu verlegen. Stets gehen die Spiele mit massiven Eingriffen in Finanzen und Umwelt einher

- Die Region um Garmisch-Partenkirchen ist aufgrund ihrer Höhenlage in keinem Fall als Schneesicher zu bezeichnen. In Zeiten des Klimawandels muss also massiv Energie und Wasser aufgewendet werden, um die Spiele sicherzustellen. Das entbehrt jeglichen Respekt beim Umgang mit den Ressourcen künftiger Generationen.

- Die Art der Bewerbung ist von Anfang an schiefgelaufen: Anstatt die Beteiligung der Bevölkerung zu suchen, wurde einseitig und von oben herab geplant. Der Druck, der dabei entstanden ist, dient auf keinem Fall einer konstruktiven Auseinandersetzung mit den zugrundeliegnden Problemen. Zudem informiert die Bewerbungsgesellschaft unseriös und mangelhaft. So ist z.B. wiederholt zu lesen, dass die Durchführung der Olympischen Spiele dem Steuerzahler bis auf "sowieso-Infrastrukturmaßnahmen" keinen Cent kosten wird (siehe "München 2018 gibt 18 Antworten auf Irrtümer zur Bewerbung"). Leider ist das als Lüge noch nicht zu entlarven, da Rechnungen erst nach Olympischen Speilen vorliegen. Die Erfahrung vergangener Spiele seit 1976 lässt aber den Schluss zu, dass diese Aussage zu 99% falsch ist und wider besserem Wissen dazu dient, Fehlinformationen zu Gunsten der Bewerbungsgesellschaft zu streuen. Allein der Blick auf die Bewerbungskosten lässt den Verdacht zu, dass bereits hier schon, trotz mangelhafter Leistung, der Steuerzahler in die Presche springen muss.

- Olympische Spiele sind zu einer Veranstaltung verkommen, die redliche Ziele ("Der Olympische Geist") schamlos ausnützen um den Interessen einiger weniger zu dienen. Für das Monopol "Olympia" besteht weder eine demokratisch legitimierte Kontrollinstanz noch eine Konkurrenz, die das IOC zu einer Veränderung iherer Vorgehensweisen bringen könnte. Daher bleibt einzig der Verzicht auf Olympische Spiele als Zeichen der Bürger, dass der Olympische Gedanke einer dringenden Reform bedarf.